Auf einen Blick
Wasserlösliches B-Vitamin und Coenzym in über hundert Stoffwechselreaktionen, vor allem im Eiweißstoffwechsel.
In Vykea: Pyridoxal-5-Phosphat (P5P) (8 mg pro Sachet)
Einziges wasserlösliches B-Vitamin mit einer festgelegten tolerierbaren Gesamtaufnahmemenge (12 mg pro Tag).
Vitamin B6 ist ein wasserlösliches B-Vitamin. Der Begriff fasst mehrere eng verwandte Verbindungen zusammen, die im Körper ineinander umgewandelt werden können. Vitamin B6 ist als Coenzym an über hundert enzymatischen Reaktionen beteiligt, vor allem im Eiweißstoffwechsel, bei der Bildung von Botenstoffen und beim Abbau von Homocystein. In Omnia All-In-One verwenden wir Pyridoxal-5-Phosphat, die bereits aktive Coenzymform des Vitamin B6 (kurz P5P), mit 8 mg pro Sachet. Dieser Eintrag erklärt die Formen, das Vorkommen, die Funktionen, den Bedarf, die Labordiagnostik, mögliche Mangelzeichen und die Wechselwirkungen von Vitamin B6.
Pyridoxin, Pyridoxal-5-Phosphat und die übrigen Formen
Unter dem Sammelbegriff Vitamin B6 werden drei verwandte Grundstrukturen zusammengefasst: Pyridoxin (auch Pyridoxol genannt), Pyridoxal und Pyridoxamin. Jede dieser drei Verbindungen kommt zusätzlich als Phosphatester vor, also als Pyridoxin-5-Phosphat, Pyridoxal-5-Phosphat und Pyridoxamin-5-Phosphat. In Nahrungsergänzungsmitteln und in vielen angereicherten Lebensmitteln wird klassisch Pyridoxinhydrochlorid eingesetzt, eine stabile und kostengünstige Form.
Die eigentliche, stoffwechselaktive Coenzymform des Vitamins ist Pyridoxal-5-Phosphat (P5P). Alle übrigen Formen müssen im Körper, vor allem in der Leber, zunächst zu P5P umgebaut werden, bevor sie ihre Aufgaben als Coenzym erfüllen können. Dieser Umbau benötigt unter anderem Vitamin B2 (Riboflavin) und Zink als Hilfsstoffe.
In pflanzlichen Lebensmitteln liegt Vitamin B6 häufig als Pyridoxin-Glucosid vor, das schlechter verfügbar ist als die Formen aus tierischen Lebensmitteln. P5P steht als Nahrungsergänzung direkt als aktive Coenzymform zur Verfügung und muss den vorgeschalteten Umwandlungsschritt nicht durchlaufen. In Omnia kommt Pyridoxal-5-Phosphat zum Einsatz.
Vorkommen in Lebensmitteln
Vitamin B6 ist in pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln weit verbreitet. Gute Quellen sind Vollkorngetreide und Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Kartoffeln sowie verschiedene Gemüsearten, etwa Kohl und rote Paprika. Bei Obst liefern vor allem Bananen und Avocados nennenswerte Mengen. Bei den tierischen Lebensmitteln tragen Fleisch (insbesondere Schweine- und Geflügelfleisch), Fisch wie Sardinen, Makrele und Lachs sowie Eier und Milchprodukte bei. Auch Nüsse, etwa Haselnüsse und Walnüsse, sind eine gute Quelle.
Vitamin B6 ist empfindlich gegenüber Hitze und Licht. Beim Garen, durch lange Lagerung und durch das Wässern von Lebensmitteln können daher deutliche Verluste auftreten. Die aus tierischen Lebensmitteln stammenden Formen werden im Mittel besser aufgenommen als die pflanzlichen Glucoside.
Funktionen im Körper
Pyridoxal-5-Phosphat wirkt als Coenzym in einer sehr großen Zahl von Stoffwechselreaktionen, vor allem im Aminosäure- und Eiweißstoffwechsel:
Eiweißstoffwechsel: Als Coenzym von Transaminasen und Decarboxylasen ist Vitamin B6 am Auf-, Um- und Abbau von Aminosäuren beteiligt und damit für den gesamten Eiweißstoffwechsel zentral.
Botenstoffe: Es wirkt bei der Bildung von Botenstoffen mit, darunter Serotonin, Dopamin, Noradrenalin und GABA, und ist außerdem an der Bildung von Melatonin beteiligt.
Homocysteinabbau: Gemeinsam mit Folat und Vitamin B12 ist Vitamin B6 am Abbau von Homocystein beteiligt. Es ermöglicht die Umwandlung von Homocystein zu Cystein und reguliert dadurch den Homocysteinspiegel mit.
Blutbildung: Es ist an der Bildung des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin und damit an der Blutbildung beteiligt.
Energiestoffwechsel: Über den Abbau des Glykogens (Glykogenphosphorylase) wirkt Vitamin B6 am Kohlenhydrat- und Energiestoffwechsel mit.
Niacinbildung: Es ist an der Bildung von Niacin (Vitamin B3) aus der Aminosäure Tryptophan beteiligt.
Immunsystem und Hormone: Vitamin B6 wirkt an der normalen Funktion des Immunsystems und an der Regulierung der Hormontätigkeit mit.
Welche dieser Funktionen als gesundheitsbezogene Angaben zugelassen sind, zeigt der nächste Abschnitt.
Zugelassene gesundheitsbezogene Angaben (EU-Verordnung 432/2012)
Für Vitamin B6 sind in der EU die folgenden gesundheitsbezogenen Angaben zugelassen:
Vitamin B6 trägt zu einem normalen Eiweiß- und Glycogenstoffwechsel bei.
Vitamin B6 trägt zu einer normalen Cystein-Synthese bei.
Vitamin B6 trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei.
Vitamin B6 trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei.
Vitamin B6 trägt zu einem normalen Homocystein-Stoffwechsel bei.
Vitamin B6 trägt zur normalen psychischen Funktion bei.
Vitamin B6 trägt zur normalen Bildung roter Blutkörperchen bei.
Vitamin B6 trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.
Vitamin B6 trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.
Vitamin B6 trägt zur Regulierung der Hormontätigkeit bei.
Diese Angaben gelten für Vitamin B6 allgemein und damit auch für die in Omnia verwendete Form Pyridoxal-5-Phosphat.
Referenzwerte und Tagesbedarf
Die folgenden Werte stammen aus den 2019 überarbeiteten D-A-CH-Referenzwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und sind in Milligramm Vitamin B6 pro Tag angegeben.
Gruppe | Referenzwert pro Tag |
Säuglinge 0 bis 4 Monate | 0,1 mg |
Säuglinge 4 bis 12 Monate | 0,3 mg |
Kinder 1 bis 4 Jahre | 0,6 mg |
Kinder 4 bis 7 Jahre | 0,7 mg |
Kinder 7 bis 10 Jahre | 1,0 mg |
Kinder 10 bis 13 Jahre | 1,2 mg |
Jugendliche 13 bis 15 Jahre (m / w) | 1,4 mg / 1,2 mg |
Jugendliche 15 bis 19 Jahre (m / w) | 1,6 mg / 1,2 mg |
Erwachsene ab 19 Jahren (m / w) | 1,6 mg / 1,4 mg |
Schwangere (1. Trimester) | 1,5 mg |
Schwangere (2. und 3. Trimester) | 1,8 mg |
Stillende | 1,6 mg |
Der Nährstoffbezugswert für die Kennzeichnung (NRV) beträgt 1,4 mg pro Tag. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nennt in ihrer Neubewertung von 2023 eine tolerierbare Gesamtaufnahmemenge von 12 mg Vitamin B6 pro Tag für Erwachsene sowie für Schwangere und Stillende. Für Kinder und Jugendliche gelten je nach Körpergewicht niedrigere Werte.
Wer hat einen erhöhten Bedarf?
Der Bedarf an Vitamin B6 hängt eng mit der Eiweißzufuhr zusammen, da das Vitamin im Aminosäurestoffwechsel benötigt wird. Ein höherer Bedarf oder eine schlechtere Versorgung können in folgenden Situationen bestehen: in Schwangerschaft und Stillzeit, bei älteren Menschen, bei eingeschränkter Aufnahme über den Darm (etwa bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen), bei Erkrankungen von Leber oder Nieren, bei regelmäßigem Alkoholkonsum und Rauchen sowie bei einer sehr eiweißreichen Ernährung. Auch bestimmte Medikamente erhöhen den Bedarf (siehe Abschnitt Wechselwirkungen).
Bei Menschen, die regelmäßig Sport treiben oder körperlich schwer arbeiten, kann der Bedarf ebenfalls etwas höher liegen, da Vitamin B6 am Energie- und Eiweißstoffwechsel beteiligt ist. In Deutschland gilt die Versorgung der Allgemeinbevölkerung über die übliche Mischkost im Mittel als zufriedenstellend, einzelne Gruppen können jedoch unzureichend versorgt sein.
Das B-Vitamin-Trio im Homocysteinstoffwechsel
Vitamin B6 entfaltet seine Rolle im Homocysteinstoffwechsel nicht allein, sondern im Zusammenspiel mit Folat (Vitamin B9) und Vitamin B12. Die drei B-Vitamine bedienen in diesem Stoffwechsel zwei unterschiedliche, aber eng verzahnte Wege, über die das Zwischenprodukt Homocystein abgebaut wird.
Auf dem einen Weg, der Remethylierung, wird Homocystein wieder zur Aminosäure Methionin umgebaut. Hier liefert die aktive Folatform 5-Methyltetrahydrofolat die nötige Methylgruppe, und Vitamin B12 wirkt als Cofaktor des Enzyms Methioninsynthase. Auf dem anderen Weg, der Transsulfurierung, wird Homocystein endgültig abgebaut: Es wird über Cystathionin zu Cystein umgewandelt. Genau an diesem zweiten Weg ist Vitamin B6 in seiner aktiven Coenzymform Pyridoxal-5-Phosphat (P5P) maßgeblich beteiligt, denn P5P dient als Coenzym der beiden Schlüsselenzyme der Transsulfurierung, der Cystathionin-Beta-Synthase und der Cystathionin-Gamma-Lyase.
In aktuellen wissenschaftlichen Übersichtsarbeiten werden die beiden Wege als aufeinander abgestimmtes System beschrieben: Eine ausreichende Versorgung mit allen drei B-Vitaminen ist die Voraussetzung dafür, dass Homocystein über Remethylierung und Transsulfurierung verarbeitet werden kann. Fehlt eines der Vitamine, kann der jeweils zugehörige Abbauschritt ins Stocken geraten. Aus diesem Grund werden erhöhte Homocysteinwerte in der Fachliteratur als unspezifischer Hinweis auf eine mögliche Unterversorgung mit Folat, Vitamin B12 oder Vitamin B6 gewertet. Es handelt sich dabei um allgemeine ernährungswissenschaftliche Zusammenhänge auf Stoffwechselebene und nicht um eine Wirkungszusage für ein einzelnes Produkt.
Mehr zu den Partnervitaminen finden Sie in den eigenen Einträgen zu Folat und Vitamin B12.
Versorgung und Labordiagnostik
Den Vitamin-B6-Status bestimmt eine Ärztin oder ein Arzt über das Blut. Als aussagekräftigster Laborwert gilt die Konzentration von Pyridoxal-5-Phosphat (P5P) im Plasma, da P5P die aktive Coenzymform widerspiegelt. Ein Plasmaspiegel unterhalb von etwa 20 nmol/l (rund 5 µg/l) wird in der Fachliteratur als Hinweis auf eine unzureichende Versorgung gewertet.
Daneben kann der Status indirekt über die Aktivität bestimmter B6-abhängiger Enzyme in den roten Blutkörperchen beurteilt werden, etwa über den sogenannten Aktivierungskoeffizienten der Aspartat-Aminotransferase. Auch erhöhte Homocysteinwerte können auf eine Unterversorgung hindeuten, sind aber nicht spezifisch, da sie ebenso bei einem Mangel an Folat oder Vitamin B12 auftreten.
Hinweis: Die Einordnung der Werte und eine eventuelle Ergänzung gehören in ärztliche Hand.
Mögliche Anzeichen einer Unterversorgung
Ein isolierter Vitamin-B6-Mangel ist bei ausgewogener Ernährung selten und tritt häufiger zusammen mit einem Mangel an anderen B-Vitaminen auf. Die Anzeichen sind zunächst unspezifisch und können sich überschneiden mit denen anderer Mangelzustände.
Beschrieben werden Hautveränderungen wie eine entzündliche, schuppende Rötung im Gesicht (seborrhoische Dermatitis), Entzündungen der Mundwinkel und der Mundschleimhaut sowie eine entzündete, gerötete Zunge. Möglich sind außerdem neurologische Beschwerden wie Missempfindungen, Reizbarkeit, Stimmungsveränderungen und Schlafstörungen. Bei einem ausgeprägten und länger bestehenden Mangel kann es zu einer Blutarmut (mikrozytäre Anämie) kommen, da Vitamin B6 an der Bildung des roten Blutfarbstoffs beteiligt ist. Bei Säuglingen wurden in seltenen Fällen Krampfanfälle bei schwerem Mangel beschrieben.
Solche Anzeichen sind nicht beweisend und können viele Ursachen haben.
Hinweis: Die Abklärung und Diagnose gehören in ärztliche Hand.
Wechselwirkungen
Medikamente
Einige Medikamente können den Vitamin-B6-Status senken oder mit dem Vitamin in Wechselwirkung treten. Dazu zählen bestimmte Tuberkulosemittel (zum Beispiel Isoniazid), Penicillamin, Hydralazin, einige Antiepileptika, orale Kontrazeptiva sowie eine Behandlung mit dem Wirkstoff Levodopa bei der Parkinson-Erkrankung. Umgekehrt kann Vitamin B6 die Wirkung mancher dieser Arzneimittel beeinflussen. Vitamin B6 kann zudem die Verfügbarkeit von Levodopa verändern, wenn dieses nicht mit einem zusätzlichen Hemmstoff kombiniert wird.
Hinweis: Wenn Sie solche Medikamente einnehmen, sollten Sie eine zusätzliche Vitamin-B6-Zufuhr vorab ärztlich abklären.
Andere Nährstoffe
Im Stoffwechsel wirkt Vitamin B6 eng mit anderen B-Vitaminen zusammen: Folat und Vitamin B12 werden gemeinsam mit Vitamin B6 für den Abbau von Homocystein benötigt, und Vitamin B2 sowie Zink sind an der Umwandlung in die aktive Form P5P beteiligt.
Hinweis zur Obergrenze
Vitamin B6 ist wasserlöslich, ein Überschuss wird also überwiegend über die Niere ausgeschieden. Dennoch ist es das einzige der wasserlöslichen B-Vitamine, bei dem eine tolerierbare Gesamtaufnahmemenge festgelegt ist. Der Grund: Sehr hohe Dosierungen über lange Zeiträume wurden in der wissenschaftlichen Literatur mit Nervenschädigungen in Verbindung gebracht, vor allem mit einer sensiblen Nervenschädigung der Gliedmaßen (Polyneuropathie), die sich nach Absetzen oft zurückbildet. Die EFSA hat ihre Bewertung im Jahr 2023 überarbeitet und die tolerierbare Gesamtaufnahmemenge für Erwachsene auf 12 mg pro Tag festgelegt.
Diese Obergrenze gilt für die gesamte Zufuhr an Vitamin B6 aus allen Formen, also auch für Pyridoxal-5-Phosphat (P5P). Die gewählte Form ändert die Obergrenze nicht. Eine Tagesdosis Omnia liefert 8 mg Vitamin B6 und damit rund zwei Drittel der tolerierbaren Gesamtaufnahmemenge für Erwachsene. Rechnen Sie deshalb Vitamin B6 aus weiteren Nahrungsergänzungsmitteln mit ein und nehmen Sie zusätzliche hoch dosierte B6-Präparate nicht ohne ärztliche Rücksprache ein.
Hinweis: Eine gezielte oder höher dosierte Anwendung von Vitamin B6 gehört in ärztliche Hand.
Vitamin B6 in unseren Produkten
Vitamin B6 ist in Omnia All-In-One enthalten:
Produkt | Form | Menge pro Tagesdosis | Anteil am NRV |
Omnia All-In-One | Pyridoxal-5-Phosphat (P5P) | 8 mg | 571 Prozent |
Die Mengenangabe bezieht sich auf den Gehalt an Vitamin B6. Der Anteil am NRV ist auf den Kennzeichnungswert von 1,4 mg bezogen. In Omnia ist Vitamin B6 gemeinsam mit den Vitaminen B2, B12 und Folat enthalten, mit denen es im Homocystein-Stoffwechsel und bei der Aktivierung zur Coenzymform zusammenwirkt. Eine Tagesdosis entspricht einem Sachet.
Quellen
Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission zur Festlegung einer Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel. EUR-Lex, CELEX 32012R0432.
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