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Vitamin B12 (Cobalamin)

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Verfasst von Robert Eigenherr

Auf einen Blick
Vitamin B12 (Cobalamin) ist ein wasserlösliches B-Vitamin für Blutbildung, Nervensystem und Homocystein-Stoffwechsel.
In Vykea: Methylcobalamin (1.000 µg pro Sachet in Omnia All-In-One)
Verwertbares B12 kommt fast nur in tierischen Lebensmitteln vor und verdient bei veganer Ernährung besondere Aufmerksamkeit.

Vitamin B12 ist ein wasserlösliches B-Vitamin. Der Sammelbegriff Cobalamin fasst mehrere verwandte Verbindungen zusammen, deren Molekül ein zentrales Cobalt-Atom enthält. Vitamin B12 ist an der Bildung der roten Blutkörperchen, an der Funktion des Nervensystems, am Abbau von Homocystein und an der Zellteilung beteiligt. Eine Besonderheit unter den Vitaminen: Es kommt in nennenswerten Mengen fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor, weshalb es bei rein pflanzlicher Ernährung besondere Aufmerksamkeit verdient. In Omnia All-In-One verwenden wir Methylcobalamin, eine bereits aktive Coenzymform des Vitamin B12, mit 1.000 µg pro Sachet. Dieser Eintrag erklärt die Formen, das Vorkommen, die Funktionen, den Bedarf, die Labordiagnostik, mögliche Mangelzeichen und die Wechselwirkungen von Vitamin B12.

Cobalamin, Methylcobalamin und die übrigen Formen

Die aktiven Formen

Unter dem Begriff Vitamin B12 werden mehrere Cobalamine zusammengefasst, die sich durch den Rest am Cobalt-Atom unterscheiden. Im menschlichen Stoffwechsel sind zwei davon unmittelbar als Coenzym aktiv: Methylcobalamin, das im Wasserraum der Zelle und im Homocystein-Stoffwechsel benötigt wird, und Adenosylcobalamin (5-Desoxyadenosylcobalamin), das in den Mitochondrien wirkt. Beide gelten daher als die körpereigenen, aktiven Formen.

In Nahrungsergänzungsmitteln werden vor allem vier Formen eingesetzt. Cyanocobalamin ist die synthetische, besonders stabile und kostengünstige Standardform; sie kommt in lebenden Organismen nicht vor und muss im Körper erst in eine aktive Form umgebaut werden, wobei ein kleiner Cyanid-Rest abgespalten wird. Hydroxocobalamin ist eine natürlich vorkommende Speicher- und Transportform mit guter Gewebebindung, die in der Medizin häufig als Injektion verwendet wird. Methylcobalamin und Adenosylcobalamin sind die bereits aktiven Coenzymformen.

Methylcobalamin muss den vorgeschalteten Umwandlungsschritt, der bei Cyanocobalamin notwendig ist, nicht durchlaufen und liegt unmittelbar als verwertbare Coenzymform vor. In Omnia kommt Methylcobalamin zum Einsatz.

Aufnahme über den Intrinsic Factor

Die Aufnahme von Vitamin B12 ist im Körper besonders aufwendig geregelt. Das mit der Nahrung aufgenommene Cobalamin wird im Magen aus den Eiweißbindungen gelöst und zunächst an ein Speichelprotein (Haptocorrin) gebunden. Im Dünndarm bindet es anschließend an den Intrinsic Factor, ein Glykoprotein, das die Belegzellen der Magenschleimhaut bilden. Nur dieser Komplex aus Vitamin B12 und Intrinsic Factor wird im unteren Dünndarm (Ileum) über spezielle Rezeptoren aufgenommen. Ist dieser Mechanismus gestört, etwa bei einer chronischen Magenschleimhautentzündung oder nach Operationen am Magen oder Dünndarm, kann die Aufnahme stark eingeschränkt sein.


Vorkommen in Lebensmitteln

Vitamin B12 wird ausschließlich von bestimmten Mikroorganismen gebildet und gelangt über das Tier in die Nahrungskette. In nennenswerten Mengen kommt es daher nur in tierischen Lebensmitteln vor. Gute Quellen sind Innereien wie Leber, Muskelfleisch, Fisch und Meeresfrüchte, Eier sowie Milch und Milchprodukte. Besonders hohe Gehalte finden sich in Leber und in einigen Fischarten wie Hering und Makrele.

Pflanzliche Lebensmittel enthalten in der Regel kein verwertbares Vitamin B12. In manchen fermentierten Erzeugnissen, in Algen oder durch bakterielle Verunreinigung können zwar geringe Mengen oder cobalaminähnliche Stoffe vorkommen, diese gelten für den Menschen jedoch nicht als zuverlässige oder verfügbare Quelle. Wer sich vegan ernährt, kann den Bedarf über unangereicherte pflanzliche Lebensmittel allein nicht zuverlässig decken (siehe gesonderter Abschnitt).

Vitamin B12 ist gegenüber Hitze vergleichsweise stabil, kann aber durch langes Kochen, durch Licht und in saurem oder alkalischem Milieu teilweise verloren gehen.

Funktionen im Körper

Die beiden aktiven Formen wirken als Coenzym in zwei zentralen Stoffwechselwegen:

  • Homocystein-Stoffwechsel: Als Methylcobalamin ist Vitamin B12 gemeinsam mit Folat an der Umwandlung von Homocystein zu Methionin beteiligt (Methioninsynthase). Dadurch reguliert es den Homocysteinspiegel im Blut mit und stellt aktivierte Methylgruppen für zahlreiche Reaktionen bereit, etwa für die Bildung von Botenstoffen und für die Erbsubstanz.

  • Blutbildung und Zellteilung: Über diesen Schritt ist Vitamin B12 eng mit dem Folatstoffwechsel verknüpft und damit gemeinsam mit Folat an der Bildung der Erbsubstanz (DNA) beteiligt. Es ist somit für jede Zellteilung und insbesondere für die rasche Neubildung der roten Blutkörperchen im Knochenmark notwendig.

  • Energiestoffwechsel der Mitochondrien: Als Adenosylcobalamin wirkt Vitamin B12 in den Mitochondrien als Coenzym beim Abbau bestimmter Fettsäuren und Aminosäuren (Umwandlung von Methylmalonyl-CoA zu Succinyl-CoA).

  • Nervensystem: Vitamin B12 ist an der Bildung und am Erhalt der Markscheiden (Myelin) beteiligt, der schützenden Hülle vieler Nervenfasern, und damit für eine normale Funktion des Nervensystems von Bedeutung.

Welche dieser Funktionen als gesundheitsbezogene Angaben zugelassen sind, zeigt der nächste Abschnitt.

Das B-Vitamin-Trio und das Zusammenspiel mit Folat

Vitamin B12 wirkt im Stoffwechsel nicht für sich allein, sondern eng mit zwei weiteren B-Vitaminen zusammen. Im Homocystein-Stoffwechsel bilden Vitamin B12, Folat und Vitamin B6 ein aufeinander abgestimmtes Trio: Folat und Vitamin B12 wirken gemeinsam an der Umwandlung von Homocystein zu Methionin mit, während Vitamin B6 an einem weiteren Abbauweg des Homocysteins beteiligt ist. Fehlt eines dieser Vitamine, kann der Homocysteinspiegel im Blut ansteigen.

Besonders eng ist die Verbindung zwischen Vitamin B12 und Folat, denn beide treffen in einer einzigen Enzymreaktion zusammen. Die Methioninsynthase überträgt eine Methylgruppe vom 5-Methyltetrahydrofolat, der aktiven Folatform, auf das Homocystein und stellt so Methionin her. Vitamin B12 ist dabei als Cofaktor der unmittelbare Vermittler dieser Methylgruppe. Es ist nach heutigem Verständnis der einzige Stoffwechselschritt, in dem Folat und Vitamin B12 in derselben Reaktion gebraucht werden.

Aus dieser gemeinsamen Reaktion ergibt sich ein in der Fachliteratur als Methylfalle (englisch methyl-folate trap) beschriebener Zusammenhang. Steht zu wenig Vitamin B12 zur Verfügung, kommt die Methioninsynthase ins Stocken. Das Folat bleibt dann in der Form des 5-Methyltetrahydrofolats gefangen, da es ohne den B12-abhängigen Schritt weder weiter umgesetzt noch in seine übrigen aktiven Formen zurückverwandelt werden kann. In der Folge kann der Körper auch bei rechnerisch ausreichend vorhandenem Folat dieses nicht richtig für die Bildung der Erbsubstanz nutzen. Dieser Mechanismus erklärt, warum ein Vitamin-B12-Mangel zu einer Blutarmut mit vergrößerten roten Blutkörperchen führen kann, die jener bei Folatmangel ähnelt, und warum beide Vitamine im Stoffwechsel stets gemeinsam betrachtet werden. Es handelt sich hierbei um allgemeine ernährungswissenschaftliche Zusammenhänge.


Zugelassene gesundheitsbezogene Angaben (EU-Verordnung 432/2012)

Für Vitamin B12 sind in der EU die folgenden gesundheitsbezogenen Angaben zugelassen:

  • Vitamin B12 trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei.

  • Vitamin B12 trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei.

  • Vitamin B12 trägt zu einem normalen Homocystein-Stoffwechsel bei.

  • Vitamin B12 trägt zur normalen psychischen Funktion bei.

  • Vitamin B12 trägt zu einer normalen Bildung roter Blutkörperchen bei.

  • Vitamin B12 trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.

  • Vitamin B12 trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.

  • Vitamin B12 hat eine Funktion bei der Zellteilung.

Diese Angaben gelten für Vitamin B12 allgemein und damit auch für die in Omnia verwendete Form Methylcobalamin.

Referenzwerte und Tagesbedarf

Für Vitamin B12 gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) Schätzwerte für eine angemessene Zufuhr an, keine empfohlene Zufuhr. Die folgenden Werte stammen aus den im Jahr 2018 überarbeiteten D-A-CH-Referenzwerten und sind in Mikrogramm Vitamin B12 pro Tag angegeben. Der Schätzwert für Erwachsene wurde dabei von zuvor 3,0 µg auf 4,0 µg angehoben.

Gruppe

Schätzwert pro Tag

Säuglinge 0 bis 4 Monate

0,5 µg

Säuglinge 4 bis 12 Monate

1,4 µg

Kinder 1 bis 4 Jahre

1,5 µg

Kinder 4 bis 7 Jahre

2,0 µg

Kinder 7 bis 10 Jahre

2,5 µg

Kinder 10 bis 13 Jahre

3,5 µg

Jugendliche 13 bis 15 Jahre

4,0 µg

Jugendliche und Erwachsene ab 15 Jahren

4,0 µg

Schwangere

4,5 µg

Stillende

5,5 µg

Der Nährstoffbezugswert für die Kennzeichnung (NRV) beträgt 2,5 µg pro Tag. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat für Vitamin B12 keine tolerierbare Gesamtaufnahmemenge festgelegt, da auf Basis der vorliegenden Daten keine ausreichende Grundlage für einen Zahlenwert gegeben war. Vitamin B12 gilt aufgrund seiner Wasserlöslichkeit und der streng geregelten Aufnahme über den Intrinsic Factor auch bei hoher Zufuhr als gut verträglich; ein Überschuss wird überwiegend über die Niere ausgeschieden.

Wer hat einen erhöhten Bedarf?

Ein erhöhter Bedarf oder eine schlechtere Versorgung können in mehreren Situationen bestehen. Da die Aufnahme über den Magen-Darm-Trakt aufwendig geregelt ist, spielen vor allem Störungen dieses Wegs eine Rolle: eine verminderte Magensäureproduktion, eine chronische Magenschleimhautentzündung, ein Mangel an Intrinsic Factor, Operationen an Magen oder Dünndarm, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, eine Bauchspeicheldrüsenschwäche sowie eine bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms. Auch ältere Menschen, bei denen die Magensäureproduktion häufig nachlässt, sind häufiger betroffen.

Daneben können Schwangerschaft und Stillzeit, regelmäßiger Alkoholkonsum, Rauchen sowie bestimmte Medikamente den Bedarf erhöhen oder die Aufnahme verschlechtern (siehe Abschnitt Wechselwirkungen). Eine besondere Rolle spielt die Ernährungsform: Wer sich vegan oder weitgehend vegetarisch ernährt, nimmt über die Nahrung kaum verwertbares Vitamin B12 auf.

Vitamin B12 bei veganer und vegetarischer Ernährung

Da verwertbares Vitamin B12 praktisch nur in tierischen Lebensmitteln vorkommt, ist die Versorgung bei rein pflanzlicher Ernährung der wichtigste Sonderfall. Unangereicherte pflanzliche Lebensmittel sind keine zuverlässige Quelle. Wissenschaftliche Übersichtsarbeiten beschreiben übereinstimmend, dass eine unzureichende Versorgung bei vegan lebenden Menschen häufiger auftritt als bei Mischköstlern und bei Vegetariern, und dass sich ein ausreichender Status in der Regel über angereicherte Lebensmittel oder über ein Präparat erreichen lässt.

Die DGE stuft Vitamin B12 als das bei veganer Ernährung kritischste Vitamin ein und empfiehlt für vegan lebende Menschen ausdrücklich eine dauerhafte Zufuhr über ein Präparat oder über angereicherte Lebensmittel sowie eine regelmäßige ärztliche Kontrolle des Status. Da der Körper Vitamin B12 über Jahre speichern kann, entwickelt sich ein Mangel oft erst nach längerer Zeit und kann lange unbemerkt bleiben. Besonders aufmerksam sollten Schwangere und Stillende sein, die sich vegan ernähren, da auch das Kind über Mutterkuchen und Muttermilch versorgt wird.

Hinweis: Eine vegane Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie ärztlich begleiten lassen. Die konkrete Form, Dosierung und Kontrolle der Zufuhr gehören in ärztliche Hand.


Versorgung und Labordiagnostik

Den Vitamin-B12-Status bestimmt eine Ärztin oder ein Arzt über das Blut. Die alleinige Messung des Gesamt-Vitamin-B12 im Serum (Referenzbereich etwa 200 bis 1.000 ng/l) gilt als wenig empfindlich, da sie auch die an Haptocorrin gebundenen, für die Zelle nicht verfügbaren Anteile mit erfasst. Aussagekräftiger sind daher zusätzliche Marker.

Als früher Marker gilt das Holotranscobalamin (Holo-TC, auch aktives B12 genannt), das den unmittelbar für die Zellen verfügbaren Anteil widerspiegelt und bereits in der Phase einer beginnenden Entleerung der Speicher absinkt. Als funktionelle Marker dienen die Methylmalonsäure (MMA) und das Homocystein im Blut; beide steigen an, wenn auf Stoffwechselebene zu wenig Vitamin B12 zur Verfügung steht. Ein niedriges Holo-TC zusammen mit erhöhter MMA und erhöhtem Homocystein spricht für einen auf Stoffwechselebene wirksamen Mangel, der noch ohne Beschwerden bestehen kann. Einen einzelnen, allgemein anerkannten Goldstandard-Test gibt es nicht; die Marker werden in der Zusammenschau beurteilt.

Hinweis: Die Einordnung der Werte und eine eventuelle Ergänzung gehören in ärztliche Hand.

Mögliche Anzeichen einer Unterversorgung

Ein Vitamin-B12-Mangel entwickelt sich wegen der großen Körperspeicher meist langsam, oft über Monate bis Jahre. Die Anzeichen sind zunächst unspezifisch und können viele Ursachen haben. Beschrieben werden Müdigkeit, Schwäche, Blässe, Schwindel und Kurzatmigkeit. Da Vitamin B12 für die Blutbildung notwendig ist, kann ein länger bestehender Mangel zu einer Blutarmut mit vergrößerten roten Blutkörperchen (makrozytäre oder megaloblastäre Anämie) führen. Möglich sind außerdem Veränderungen der Schleimhäute, etwa eine entzündete, gerötete Zunge sowie Beschwerden im Magen-Darm-Trakt.

Eine Besonderheit von Vitamin B12 ist, dass ein Mangel das Nervensystem betreffen kann. In der Fachliteratur werden Missempfindungen wie Kribbeln und Taubheitsgefühle in Händen und Füßen, Gangunsicherheit sowie Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen beschrieben. Solche neurologischen Beschwerden können auftreten, bevor sich Veränderungen im Blutbild zeigen.

Diese Anzeichen sind nicht beweisend und können viele Ursachen haben.

Hinweis: Ein vermuteter Vitamin-B12-Mangel, insbesondere mit neurologischen Beschwerden, erfordert eine ärztliche Diagnose und lässt sich nicht durch eine Selbstbehandlung ersetzen. Die Abklärung und Diagnose gehören in ärztliche Hand.


Wechselwirkungen

Medikamente

Verschiedene Medikamente können den Vitamin-B12-Status senken oder die Aufnahme beeinträchtigen. Da Vitamin B12 für seine Aufnahme Magensäure und den Intrinsic Factor benötigt, können Arzneimittel, die die Magensäure verringern, die Verfügbarkeit senken; dazu zählen Protonenpumpenhemmer und H2-Rezeptorblocker. Das Diabetesmittel Metformin kann bei längerer Einnahme die Aufnahme im Darm verschlechtern und den Bedarf erhöhen. Auch nichtsteroidale Schmerzmittel sowie orale Kontrazeptiva werden in der Literatur mit einer ungünstigen Wirkung auf den Status in Verbindung gebracht.

Hinweis: Wenn Sie solche Medikamente über längere Zeit einnehmen, sollten Sie eine zusätzliche Vitamin-B12-Zufuhr und gegebenenfalls eine Kontrolle des Status vorab ärztlich abklären.

Andere Nährstoffe

Im Stoffwechsel wirkt Vitamin B12 eng mit anderen B-Vitaminen zusammen. Gemeinsam mit Folat und Vitamin B6 ist es am Abbau von Homocystein beteiligt, und mit Folat teilt es einen gemeinsamen Stoffwechselweg bei der Bildung der Erbsubstanz.

Folat-B12-Wechselwirkung: ein wichtiger Hinweis

Folat und Vitamin B12 sind im Stoffwechsel eng verbunden, was eine wichtige Konsequenz für die Diagnostik hat. Bei einer durch Vitamin-B12-Mangel bedingten megaloblastären Anämie kann eine alleinige, hoch dosierte Zufuhr von Folat das Blutbild verbessern und so einen bestehenden Vitamin-B12-Mangel verdecken (sogenanntes Masking). Die zugrunde liegende Schädigung des Nervensystems kann dabei unbemerkt fortschreiten. Aus diesem Grund sollte vor einer hoch dosierten Folatzufuhr der Vitamin-B12-Status geklärt werden, und beide Vitamine werden im Stoffwechsel gemeinsam betrachtet.

Hinweis: Die Abklärung und eine eventuelle Ergänzung gehören in ärztliche Hand.

Methylcobalamin als aktive Coenzymform

Methylcobalamin ist eine der beiden im Körper unmittelbar wirksamen Coenzymformen des Vitamin B12. Es wird im Homocystein-Stoffwechsel als Cofaktor der Methioninsynthase benötigt und muss den vorgeschalteten Umwandlungsschritt nicht durchlaufen, der bei der synthetischen Standardform Cyanocobalamin notwendig ist. In Omnia liegt Vitamin B12 als Methylcobalamin vor und ist gemeinsam mit Folat, Vitamin B6 und Vitamin B2 enthalten, mit denen es im Homocystein-Stoffwechsel und im Ein-Kohlenstoff-Stoffwechsel zusammenwirkt.

Hinweis: Eine gezielte oder höher dosierte Anwendung von Vitamin B12, etwa bei einem nachgewiesenen Mangel, gehört in ärztliche Hand.


Vitamin B12 in unseren Produkten

Vitamin B12 ist in Omnia All-In-One enthalten:

Produkt

Form

Menge pro Tagesdosis

Anteil am NRV

Omnia All-In-One

Methylcobalamin

1.000 µg

40.000 Prozent (das 400-Fache)

Die Mengenangabe bezieht sich auf den Gehalt an Vitamin B12. Der Anteil am NRV ist auf den Kennzeichnungswert von 2,5 µg bezogen. Der rechnerisch hohe NRV-Anteil ergibt sich aus dem niedrigen Kennzeichnungswert und der besonderen Aufnahme über den Intrinsic Factor, die die tatsächlich aufgenommene Menge begrenzt; Vitamin B12 gilt als gut verträglich. In Omnia ist Vitamin B12 gemeinsam mit Folat, Vitamin B6 und Vitamin B2 enthalten, mit denen es im Homocystein-Stoffwechsel zusammenwirkt. Eine Tagesdosis entspricht einem Sachet.

Quellen

  1. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission zur Festlegung einer Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel. EUR-Lex, CELEX 32012R0432.

  2. Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel, Anhang XIII (Referenzmengen). EUR-Lex, CELEX 32011R1169.

  3. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): D-A-CH-Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Vitamin B12 (Cobalamine), sowie Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin B12. dge.de.

  4. Ströhle A, Richter M, González-Gross M et al.: The Revised D-A-CH Reference Values for the Intake of Vitamin B12: Prevention of Deficiency and Beyond. Molecular Nutrition & Food Research 2019;63(6):e1801178. PMID 30657638.

  5. Hannibal L, Lederer AK, Storz MA, Huber R, Jacobsen DW: Vitamin B12 Status and Supplementation in Plant-Based Diets. Food and Nutrition Bulletin 2024;45(1 Suppl):S58-S66. doi:10.1177/03795721241227233. PMID 38987876.

  6. National Institute for Health and Care Excellence (NICE): Vitamin B12 deficiency in over 16s: diagnosis and management. Evidence review for diagnostic tests. NICE Guideline NG239, 2024. PMID 38713794.

  7. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Höchstmengenvorschläge für Vitamin B12 in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln. bfr.bund.de.

  8. Gröber U: Mikronährstoffe. Metabolic Tuning, Prävention, Therapie. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart.

  9. Gröber U: Arzneimittel und Mikronährstoffe. Medikationsorientierte Supplementierung. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart.

  10. Froese DS, Fowler B, Baumgartner MR: Vitamin B12, folate, and the methionine remethylation cycle: biochemistry, pathways, and regulation. Journal of Inherited Metabolic Disease 2019;42(4):673-685. doi:10.1002/jimd.12009. PMID 30693532.

  11. Ulloque-Badaracco JR, Hernandez-Bustamante EA, Alarcon-Braga EA et al.: Vitamin B12, folate, and homocysteine in metabolic syndrome: a systematic review and meta-analysis. Frontiers in Endocrinology 2023;14:1221259. doi:10.3389/fendo.2023.1221259. PMID 37772082.


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