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Vitamin E (Tocopherol)

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Verfasst von Robert Eigenherr

Auf einen Blick
Vitamin E ist der wichtigste fettlösliche Radikalfänger des Körpers und schützt die Zellen vor oxidativem Stress.
In Vykea: D-alpha-Tocopherol (80 mg pro Sachet)
Sehr hohe Dosen können die Wirkung von gerinnungshemmenden Medikamenten verstärken.

Vitamin E ist ein fettlösliches Vitamin und der wichtigste fettlösliche Radikalfänger des Körpers. Der Begriff fasst eine ganze Gruppe verwandter Verbindungen zusammen, von denen das alpha-Tocopherol die für den Menschen bedeutsamste Form ist. Vitamin E trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Der Körper kann Vitamin E nicht selbst herstellen und ist auf die Zufuhr über die Nahrung angewiesen. In Omnia All-In-One verwenden wir D-alpha-Tocopherol, die natürliche Form des Vitamins, mit 80 mg pro Sachet. Dieser Eintrag erklärt die Formen, das Vorkommen, die Funktionen, den Bedarf, die Labordiagnostik, mögliche Mangelzeichen und die Wechselwirkungen von Vitamin E.

Tocopherole, Tocotrienole und die natürliche Form: die verschiedenen Formen

Vitamin E ist kein einzelner Stoff, sondern ein Sammelbegriff für acht natürlich vorkommende Verbindungen. Sie teilen sich in zwei Untergruppen auf: die Tocopherole und die Tocotrienole, jeweils mit einer alpha-, beta-, gamma- und delta-Variante. Die einzelnen Formen unterscheiden sich in ihrer biologischen Wirksamkeit. Das alpha-Tocopherol ist die im menschlichen Körper am stärksten angereicherte und wirksamste Form, weshalb sich die heutigen Referenzwerte ausschließlich auf alpha-Tocopherol beziehen.

Eine wichtige Unterscheidung betrifft die natürliche und die synthetische Form. Die natürliche Form trägt in der modernen Nomenklatur die Bezeichnung RRR-alpha-Tocopherol. Sie entspricht dem, was auf Produkten und Zutatenlisten häufig als D-alpha-Tocopherol angegeben ist. Im weiteren Text wird die natürliche Form daher einheitlich als D-alpha-Tocopherol bezeichnet. Die synthetische Form (all-rac-alpha-Tocopherol, früher dl-alpha-Tocopherol) ist ein Gemisch aus acht räumlich unterschiedlichen Bausteinen, von denen der Körper nur einen Teil gleich gut verwerten kann. Die natürliche Form gilt daher als besser bioverfügbar. In Nahrungsergänzungsmitteln liegt Vitamin E häufig als Ester vor, etwa als Tocopherylacetat, das gegen Sauerstoff stabiler ist und erst im Darm gespalten wird. In Omnia kommt D-alpha-Tocopherol zum Einsatz, also die natürliche Form.

Bei Vitamin E werden Mengen teils in Milligramm (mg) und teils in Internationalen Einheiten (I.E.) angegeben. Für die natürliche Form gilt näherungsweise: 1 mg RRR-alpha-Tocopherol entspricht etwa 1,49 I.E. Die 80 mg in Omnia entsprechen damit rund 119 I.E. Die heutigen Referenzwerte werden in Milligramm alpha-Tocopherol ausgedrückt.


Vorkommen in Lebensmitteln

Vitamin E stammt fast ausschließlich aus pflanzlichen Quellen. Die ergiebigsten Lieferanten sind hochwertige Pflanzenöle wie Weizenkeimöl, Sonnenblumenöl, Distelöl, Rapsöl und Maiskeimöl. Auch Nüsse und Samen, insbesondere Mandeln, Haselnüsse und Sonnenblumenkerne, tragen deutlich bei. In geringeren Mengen findet sich Vitamin E in Vollkornprodukten, grünem Gemüse und Avocado.

Da Vitamin E fettlöslich ist, wird es im Darm zusammen mit Nahrungsfetten aufgenommen. Die Aufnahme ist daher besser, wenn die Zufuhr im Rahmen einer Mahlzeit mit etwas Fett erfolgt. Vitamin E ist empfindlich gegenüber Sauerstoff, Licht und längerer Erhitzung. Beim Braten und Frittieren sowie bei langer Lagerung von Ölen können erhebliche Mengen verloren gehen. Ein hoher Verzehr mehrfach ungesättigter Fettsäuren erhöht zugleich den Bedarf an Vitamin E, da diese Fettsäuren vor Oxidation geschützt werden müssen.

Funktionen im Körper

Vitamin E ist das zentrale fettlösliche Antioxidans des Körpers. Es lagert sich in den fettreichen Bestandteilen von Zellmembranen und Lipoproteinen ein und entfaltet dort seine Wirkung:

  • Radikalfänger: Vitamin E unterbricht als Radikalfänger die Kettenreaktion der Lipidperoxidation. Es schützt damit die mehrfach ungesättigten Fettsäuren in den Zellmembranen vor einer Schädigung durch freie Radikale.

  • Schutz vor oxidativem Stress: In der Forschung wird beschrieben, dass dieser Schutz vor oxidativem Stress auch Zellbestandteile wie Membranlipide, Proteine und die Erbsubstanz betrifft.

  • Antioxidatives Netzwerk: Vitamin E arbeitet in einem Netzwerk mit anderen Antioxidantien zusammen (siehe Abschnitt zum antioxidativen Netzwerk).

  • Weitere beschriebene Einflüsse: In Untersuchungen werden Vitamin E darüber hinaus Einflüsse auf die Funktion von Blutplättchen und Blutgefäßen sowie auf bestimmte Vorgänge des Immunsystems zugeschrieben.

Welche dieser Funktionen als gesundheitsbezogene Angabe zugelassen ist, zeigt der nächste Abschnitt.

Zugelassene gesundheitsbezogene Angaben (EU-Verordnung 432/2012)

Für Vitamin E ist in der EU die folgende gesundheitsbezogene Angabe zugelassen:

  • Vitamin E trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.

Dies ist die einzige für Vitamin E zugelassene Angabe nach Verordnung (EU) Nr. 432/2012. Sie gilt für Vitamin E allgemein und damit auch für die in Omnia verwendete Form D-alpha-Tocopherol. Weitere, in der allgemeinen Literatur beschriebene Wirkungen sind nicht als gesundheitsbezogene Angaben zugelassen und werden hier nur als neutrale wissenschaftliche Einordnung dargestellt.


Referenzwerte und Tagesbedarf

Die folgenden Werte sind Schätzwerte für eine angemessene Zufuhr und stammen aus den D-A-CH-Referenzwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Sie sind in Milligramm alpha-Tocopherol angegeben.

Gruppe

Schätzwert pro Tag

Säuglinge 0 bis 4 Monate

3,5 mg

Säuglinge 4 bis 12 Monate

5 mg

Kinder und Jugendliche ab 1 Jahr

8 mg

Jugendliche und Erwachsene ab 15 Jahren

8 mg

Erwachsene ab 65 Jahren

8 mg

Schwangere

8 mg

Stillende

13 mg

Die DGE hat die Referenzwerte für Vitamin E 2025 aktualisiert und bezieht sie nun einheitlich auf alpha-Tocopherol statt auf die früher verwendeten Tocopherol-Äquivalente. Für Stillende ist der Schätzwert erhöht, um den Verlust über die Frauenmilch auszugleichen. Der individuelle Bedarf steigt mit der Zufuhr mehrfach ungesättigter Fettsäuren.

Der Nährstoffbezugswert für die Kennzeichnung (NRV) beträgt 12 mg pro Tag. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat in ihrer aktualisierten Bewertung von 2024 eine tolerierbare Gesamtaufnahmemenge (Tolerable Upper Intake Level) von 300 mg alpha-Tocopherol pro Tag für Erwachsene, einschließlich Schwangerer und Stillender, festgelegt. Als kritischer Wirkmechanismus für diese Obergrenze gilt ein Einfluss sehr hoher Dosen auf die Blutgerinnung.

Wer hat einen erhöhten Bedarf?

In einigen Situationen ist der Bedarf an Vitamin E erhöht oder das Risiko einer unzureichenden Versorgung größer: bei einer Ernährung mit hohem Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren, bei regelmäßigem Alkohol- und Nikotinkonsum sowie bei einer stark eingeschränkten Aufnahme von Nahrungsfetten.

Ein höheres Risiko besteht außerdem bei Erkrankungen, die die Fettverdauung oder die Aufnahme über den Darm beeinträchtigen, etwa bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, nach Darmoperationen, bei einer Bauchspeicheldrüsenschwäche, bei bestimmten Leber- und Gallenerkrankungen sowie bei der angeborenen Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose (zystische Fibrose). In diesen Fällen kann trotz ausreichender Zufuhr über die Nahrung zu wenig Vitamin E im Körper ankommen.

Hinweis: Die Einschätzung des Bedarfs in solchen Situationen gehört in ärztliche Hand.

Zusammenspiel mit anderen Nährstoffen

Vitamin E entfaltet seine Schutzwirkung dort, wo der Körper besonders empfindliche Fette einlagert. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren, zu denen auch die Omega-3-Fettsäuren gehören, sind in den Zellmembranen reichlich vorhanden und reagieren leicht mit freien Radikalen. Als fettlöslicher Radikalfänger lagert sich Vitamin E in genau diese Membranen ein und unterbricht die Kettenreaktion der Lipidperoxidation. So bewahrt es die mehrfach ungesättigten Fettsäuren vor einer Oxidation, bevor sie geschädigt werden. In der Fachliteratur gilt Vitamin E als das wichtigste fettlösliche Antioxidans, das Peroxylradikale abfängt und damit ungesättigte Lipide in Membranen und Lipoproteinen schützt.

Vitamin E arbeitet dabei eng mit Vitamin C zusammen. Nachdem Vitamin E ein Radikal abgefangen hat, liegt es vorübergehend selbst in einer reaktiven Form vor (Tocopheroxyl-Radikal). Vitamin C kann diese Form an der Grenze zwischen Fett und Wasser wieder zum aktiven Vitamin E reduzieren und es so für einen erneuten Einsatz bereitstellen. Beide Nährstoffe ergänzen sich, weil Vitamin E in der fettreichen Membran und Vitamin C im wässrigen Umfeld wirkt.

Aus diesem Zusammenspiel erklärt sich auch eine verbreitete Beobachtung bei Nahrungsergänzungsmitteln: Omega-3-Präparaten werden häufig Tocopherole zugesetzt, um die enthaltenen mehrfach ungesättigten Fettsäuren vor Oxidation zu bewahren. Es handelt sich hierbei um allgemeine ernährungswissenschaftliche Zusammenhänge und nicht um eine Wirkungszusage für ein einzelnes Produkt.

Mehr zu den genannten Partnernährstoffen finden Sie in den Einträgen Vitamin C und Omega-3.

Vitamin E im antioxidativen Netzwerk

Vitamin E wirkt im Körper nicht isoliert, sondern als Teil eines Netzwerks von Antioxidantien. Nachdem Vitamin E ein freies Radikal abgefangen hat, liegt es vorübergehend selbst in einer reaktiven Form vor. Andere Nährstoffe können es dann wieder in seinen aktiven Zustand überführen: Vitamin C regeneriert verbrauchtes Vitamin E unmittelbar, und auch Coenzym Q10, Glutathion und das Spurenelement Selen sind an diesem Zusammenspiel beteiligt. Aus diesem Grund werden in der Fachliteratur die antioxidative Wirkung von Vitamin E und die Versorgung mit diesen Begleitstoffen häufig gemeinsam betrachtet. Diese Zusammenhänge sind eine stoffwechselphysiologische Einordnung und keine über den Zulassungsrahmen hinausgehende Wirkungszusage.


Versorgung und Labordiagnostik

Den Vitamin-E-Status bestimmt eine Ärztin oder ein Arzt über das Blut. Gemessen wird in der Regel das alpha-Tocopherol im Serum oder Plasma, nüchtern und lichtgeschützt entnommen (orientierende Referenzbereiche etwa 9 bis 18 mg/l). Da Vitamin E im Blut an Lipoproteine gebunden transportiert wird, hängt der Messwert auch vom Blutfettgehalt ab. Für eine genauere Beurteilung wird der Wert daher häufig auf die Blutfette (Cholesterin) bezogen.

Sehr niedrige Werte sprechen für eine Unterversorgung, sehr hohe Werte meist für eine hohe Zufuhr über Präparate.

Hinweis: Die Interpretation der Messwerte und eine eventuelle Ergänzung gehören in ärztliche Hand.

Mögliche Anzeichen einer Unterversorgung

Ein Vitamin-E-Mangel ist bei einer üblichen Ernährung selten und entwickelt sich nur langsam, da der Körper größere Mengen im Fettgewebe speichert. Wenn ein Mangel auftritt, dann meist als Folge einer gestörten Fettaufnahme oder einer seltenen erblichen Stoffwechselstörung, nicht allein durch eine zu geringe Zufuhr.

Da Vitamin E vor allem die Zellmembranen schützt, betrifft ein ausgeprägter, länger bestehender Mangel verschiedene Gewebe. Beschrieben werden eine erhöhte Anfälligkeit der roten Blutkörperchen für eine vorzeitige Auflösung (Hämolyse) sowie, bei schwerem und anhaltendem Mangel, neurologische Beschwerden und Störungen der Muskelfunktion. Solche Anzeichen sind nicht beweisend und können viele Ursachen haben.

Hinweis: Die Abklärung und Diagnose gehören in ärztliche Hand.


Wechselwirkungen

Medikamente

Die wichtigste Wechselwirkung betrifft die Blutgerinnung. Sehr hohe Dosen von Vitamin E können die Wirkung von gerinnungshemmenden Medikamenten verstärken und die Blutungsneigung erhöhen. Das gilt für Vitamin-K-Antagonisten (zum Beispiel Phenprocoumon oder Warfarin) ebenso wie für Thrombozytenaggregationshemmer wie Acetylsalicylsäure (ASS). Dieser Effekt ist auch der Grund, warum die EFSA die tolerierbare Gesamtaufnahmemenge an der Blutgerinnung ausgerichtet hat.

Hinweis: Wenn Sie blutverdünnende oder gerinnungshemmende Medikamente einnehmen oder eine Operation bevorsteht, sollten Sie eine höher dosierte Vitamin-E-Zufuhr unbedingt vorab ärztlich abklären.

Andere Nährstoffe

Sehr hohe Vitamin-E-Dosen können außerdem die Verwertung der ebenfalls fettlöslichen Vitamine A und K beeinträchtigen. Umgekehrt unterstützen einige Nährstoffe die Wirkung von Vitamin E: Selen ergänzt die antioxidative Schutzwirkung, und Vitamin C regeneriert verbrauchtes Vitamin E (siehe Abschnitt zum antioxidativen Netzwerk).

Vitamin E in unseren Produkten

Vitamin E ist in Omnia All-In-One enthalten:

Produkt

Form

Menge pro Tagesdosis

Anteil am NRV

Omnia All-In-One

D-alpha-Tocopherol

80 mg

ca. 667 Prozent

Die Mengenangabe bezieht sich auf das alpha-Tocopherol. 80 mg entsprechen rund 119 I.E. natürlichem Vitamin E. Der Anteil am NRV ist auf den Kennzeichnungswert von 12 mg bezogen. Die genannte Menge liegt deutlich unterhalb der von der EFSA für Erwachsene festgelegten tolerierbaren Gesamtaufnahmemenge von 300 mg alpha-Tocopherol pro Tag. Da Vitamin E fettlöslich ist, empfehlen wir die Einnahme zusammen mit einer Mahlzeit, um die Aufnahme zu unterstützen. Eine Tagesdosis entspricht einem Sachet. Wenn Sie gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, beachten Sie bitte den Abschnitt zu den Wechselwirkungen.

Quellen

  1. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission zur Festlegung einer Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel. EUR-Lex, CELEX 32012R0432.

  2. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): D-A-CH-Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr sowie Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin E. dge.de.

  3. EFSA NDA Panel: Scientific opinion on the tolerable upper intake level for vitamin E. EFSA Journal 2024;22(8):e8953. PMID 39099617.

  4. EFSA NDA Panel: Scientific opinion on the substantiation of health claims related to vitamin E and protection of DNA, proteins and lipids from oxidative damage. EFSA Journal 2010;8(10):1816.

  5. Asbaghi O, Sadeghian M, Nazarian B et al.: Vitamin E and Multiple Health Outcomes: An Umbrella Review of Meta-Analyses. Nutrients 2023;15(15):3301. PMID 37571238.

  6. Lemming EW, Pitsi T: Vitamin E - a scoping review for the Nordic Nutrition Recommendations 2023. Food & Nutrition Research 2023;67:10238. PMID 38187800.

  7. Gröber U: Mikronährstoffe. Metabolic Tuning, Prävention, Therapie. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart.

  8. Gröber U: Arzneimittel und Mikronährstoffe. Medikationsorientierte Supplementierung. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart.

  9. Böhm V: Vitamin E. Antioxidants (Basel) 2018;7(3):44. PMID 29558411. DOI 10.3390/antiox7030044.

  10. Niki E: Role of vitamin E as a lipid-soluble peroxyl radical scavenger: in vitro and in vivo evidence. Free Radical Biology and Medicine 2014;66:3-12. PMID 23557727. DOI 10.1016/j.freeradbiomed.2013.03.022.


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